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| Grenzwanderungen. Eine literarische Entdeckungsreise an die östliche EU-Grenze Dauer: 8 Tage Saison: Februar Schwerpunkt: Grenze in der Literatur - Literatur und Kultur an der Grenze - Geschichte einer Grenze Aktivitäten: gemeinsames Lesen und Diskutieren, Vorträge, Filme, Begegnungen mit spannenden Menschen, Wandern Der Winter im Bialowieza Urwald: eine märchenhafte weisse Waldlandschaft - ein warmes, gemütliches Haus in der Nähe der östlichen EU-Grenze, Feuer im Kamin, ein Glas Wein in der Hand. Und es kann beginnen: unsere Grenz-Wanderung. Podlachien in Ostpolen ist eine Region, die von keinem Krieg verschont wurde, in der die Grenzen so oft verändert wurden, dass es möglich war, in einem Menschenleben in einigen Staaten zu leben, ohne ein einziges Mal den Hof zu verlassen. Hier gibt es jedoch auch etwas, was Hoffnung gibt. Im polnischen Vielvölkerstaat, der fast wie ein Vorentwurf des vereinten Europas anmuten könnte, galten nicht nur Polen, sondern auch Ruthenen, Deutsche, Armenier, Juden und Litauer als die Bürger des polnischen Staates. Bis heute entstehen spannende, grenzüberschreitende, kulturelle Initiativen an der polnischen Ostgrenze. Wir möchten zusammen mit Ihnen das Phänomen der Grenze näher betrachten: wie die Grenze thematisiert wird, wie sie sich manifestiert; wie verschiedene Kulturen in der Grenzregion nebeneinander leben und was daraus entsteht. Die Hauptrolle wird natürlich die östliche Grenze Polens spielen. Wir laden Sie herzlich zum gemeinsamen Lesen und Diskutieren ein. Wir machen auch Wanderungen, u.a. zur heutigen EU-Grenze, treffen Menschen, die wertvolle kulturelle Initiativen in der Region realisieren. Da die Winterlandschaften ideale Möglichkeiten zum Beobachten der Wisente bieten, steht dies ebenfalls auf dem Programm. Diese Reise soll auch - last but not least - an kulinarischen Genüssen reich sein - lange, gesellige Abendessen beim Kerzenlicht sind ein wichtiger Teil unserer gemeinsamen Zeit im Bialowieza-Urwald. Programm 2013 1. Tag Samstag: Schweiz - Pasieki Flug nach Warschau, Weiterfahrt mit dem Zug nach Bialystok (2,5 Stunden). Transfer nach Pasieki. Nach einer kurzen historisch-politischen Präsentation der Region ein literarischer Abend, der in in unsere Grenzwanderungen einführt: Grenzen trennen, willkürlich gezogen greifen sie in das menschliche Schicksal ein. Sie werden so lange wichtig geredet, bis sie wirklich sind. Eine Grenze ist aber auch, was man spürt, was sich eher im Kopf als in einem Grenzbalken manifestiert, was lähmt oder zum Überschreiten provoziert. Eine Herausforderung und Magnet für die Literatur. 6 Übernachtungen in der Villa Wisent. 2. Tag Sonntag: Weissrussisch oder hiesig? Ein grosser Teil der hiesigen Bevölkerung gehört der orthodoxen Kirche an, sie sprechen - ausser Polnisch - Weissrussisch oder eher eine Sprache, die Elemente von Polnisch und Weissrussisch beinhaltet, und "unsere Sprache" genannt wird. Die neue Grenze hat nach dem 2. Weltkrieg Familien getrennt, eine Kultur, ein historisch zusammengewachsenes Kulturgebiet geteilt. Die weissrussische Minderheit in Polen zählt heute ca. 50 000 Menschen. Sie haben eigene Zeitungen, eigenes Radio und auch ein Rockfestival, an dem sich gerne die Bands aus Weissrussland beteiligen - auf der Suche nach dem Ort der freien Musik. Nach dem Frühstück machen wir eine Wanderung im Norden des Urwaldes, auf der wir kurz eine russisch-orthodoxe Messe besuchen können - es ist ein Erlebnis für sich, diese Liturgie hat noch sehr viele mystische Elemente und wirkt wie ein Gesamtkunstwerk. Am Nachmittag bieten uns Texte der weissrussischen Autoren aus Polen und Weissrussland und weissrussische Musik einen Einblick in die Identitätssuche, Sprache und Ambitionen einer durch die Grenze geprägten Kultur. 3. Tag Montag: Die Grenzen des Stetls In Podlasie (Podlachien) siedelten sich die Juden seit dem 16. Jh. an - sehr oft wurden die jüdischen Gemeinden von den Gutsbesitzern eingeladen, in der Hoffnung auf die wirtschaftliche Entwicklung in ihren Gütern und Städten. Im Jahr 1912 waren 75% Einwohner von Bialystok Juden - neben Polen, Weissrussen, Deutschen, Russen, Tataren. In diesem bunten Nebeneinander der Kulturen hat Ludwik Zamenhof die internationale Plansprache Esperanto erfunden. Vor dem 2 Weltkrieg war auch Narewka eigentlich ein Stetl - 80% der Einwohner waren Juden. Der 2. Weltkrieg hat dieser Welt ein Ende gemacht. Unsere heutige Wanderung führt zum jüdischen Friedhof aus dem 19 Jh. und weiter zu den in der Nähe gelegenen Waldreservaten und ins wunderschöne Flusstal. Am Nachmittag sehen wir einen Dokumentarfilm über eine schwierige Liebe in Narewka. Auf einer literarischen Wanderung durch die Stetl-Welt erforschen wir die Grenzen des Gettos und der Assimilation, erfahren einiges über eine ungewöhnliche Kunstaktion "Ich sehne mich nach Dir, Jude". 4. Tag Dienstag: Bialowieza Besuch in einem Kulturzentrum, das in dieser Grenzregion versucht, grenzüberschreitende Projekte zu realisieren. Ein Treffen mit einem Naturschützer, Architekten und Kenner der weissrussischen Kultur steht ebenfalls auf dem Programm: die politische Grenze im Urwald, Grenzen des Nationalparks, Versuche, das weissrussische Erbe der Region zu pflegen sind Schwerpunkte unseres Gesprächs. Abendessen in Bialowieza, in einem wunderschön renovierten Zarenbahnhof mit Abendprogramm. 5. Tag Mittwoch: Unterwegs im Urwald - Wisentpirsch Der heutige Tag steht ganz im Zeichen der Wisente. Wir werden durch den berühmten Bialowieza-Urwald wandern und die Rastplätze der Tiere aufsuchen. Da sie im Winter in grösseren Herden zusammenleben und teilweise auch gefüttert werden müssen, kann man sie viel leichter als im Sommer beobachten. Essen am Lagerfeuer und Schlittenfahrt. Am Feuer Treffen mit einem Zöllner, der einiges aus dem Alltag an der Grenze erzählen kann. Je nach Lust und Kraft: vor dem Schlafengehen ein Film über ein Grenzgebiet, Liebe, Verbrechen, Reue. 6. Tag Donnerstag: Grenzwanderung Nach dem Frühstück eine Wanderung zur weissrussischen Grenze - der EU-Grenze. Unterwegs sehen wir einen evangelischen Friedhof und erfahren einiges über die Geschichte einer kleinen Gruppe deutscher Siedler. Freier Nachmittag - durch die Gegend spazieren, lesen, die Eindrücke verarbeiten...Am Abend durchwandern wir in Texten und Bildern die östliche Grenze Polens auf den Spuren spannender, multikultureller Kulturprojekte. 7. Tag Freitag: Pasieki - Suprasl - Bialystok Noch vor 20 Jahren blühte an der ostpolnischen Grenze Polens der Schmuggel mit russischen Ikonen, man konnte sie problemlos in Warschau auf dem "Jahrmarkt Europa" zum Spottpreis kaufen. Polnische Zöllner haben Hunderte Ikonen an der Grenze abgefangen. Inzwischen gibt es für sie ein eigenes Museum in Suprasl, in einem der wichtigsten orthodoxen Klöster, das wir heute besichtigen werden. In Suprasl besuchen wir auch das Theater Wierszalin. Die Leidenschaft für das Kulturerbe dieses Grenzgebiets bildete sowohl eine charakteristische Ästhetik dieses Theaters, als auch seine weltanschaulichen Perspektiven. „Theatrale Reinheit ist es, was die Stücke Wierszalins einzigartig macht: die totale physische Konzentration und die emotionale Ehrlichkeit“, schrieb die New York Times nach Wierszalins Gastspiel. 1 Übernachtung in Bialystok (Hauptstadz der Region Podlachien) in einem charmanten Hotel mit guter Küche. 8. Tag Samstag: Rückreise Heute begeben Sie sich mit einer Germanistin und Stadtführerin, die sehr aktiv in Non-Profit-Organisationen ist, auf die Suche nach den Spuren von Esperanto in Bialystok. Sie spazieren durch das multikulturelle Bialystok, wo sich die russisch-orthodoxe, jüdische und katholische Kultur kreuzen. Zugfahrt nach Warschau. Abendflug nach Zürich. Highlight dieser Reise
Reiseanforderungen Lust am Lesen, Zuhören und Disskutieren. Die Reise stellt keine besonderen konditionellen Anforderungen.
Dr. Katarzyna Leszczynska ist eine der "Wisenten", pendelt zwischen der Schweiz und Polen, als promovierte Kulturwisenschaftlerin führt die Wisent-Gäste in die kulturellen Landschaften Polens ein, als Literaturübersetzerin vermittelt gerne zwischen den Sprachen und Kulturen. Manfred Bächler ist seit 20 Jahren als Fotograf und Reiseleiter in den Nationalparks Ostpolens unterwegs. Durch die vielen Begegnungen und Kontakte kennt er die Region wie seine Westentasche. Auf dieser Reise steht er auch noch in der Küche und verwöhnt Sie mit Köstlichkeiten. Die beiden Gastgeber der Villa Wisent freuen sich auf Sie!
Preise und Leistungen 2013
Reduktion für eigene Anreise möglich, Preisänderung und Irrtum vorbehalten. Im Preis inbegriffen:
Im Preis nicht inbegriffen:
weiterführende Links "Annus Albaruthenicus" - eine Jahreszeitschrift für Europa, die sich mit weißrussischer Kultur und Politik beschäftigt, hrsg. von "Sokrates aus Krynki", Sokrat Janowicz. Einige Artikel auf Deutsch - Belarussische Literatur ist in Westeuropa weitgehend unbekannt. Ein Web-Portal möchte dies ändern. Literabel stellt Werke aus Belarus vor und bietet einen Blick hinter die Fassade der "letzten Diktatur Europas" |
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.Seit 20 Jahren bietet Wisent Natur- und Aktivferien mit Schwerpunkt in Mitteleuropa
Wisent Reisen Postfach 8114 8036 Zürich Tel. 043 3332525 email: info@wisent.ch
Artikel über die Region Kulturelle Vielfalt Podlasiens Die Sprache der Hoffnung aus Ostpolen
Karte:
Ferien die tiefer gehen .Seit 20 Jahren bietet Wisent Natur- und Aktivferien mit Schwerpunkt in Mitteleuropa
Wisent Reisen Postfach 8114 8036 Zürich Tel. 043 3332525 email: info@wisent.ch
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| Beim Kerzenlicht in Pasieki | |||||||||||||||||||
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| Der jüdische Friedhof im Winter | |||||||||||||||||||
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| Eingang zum Bialowiza-Urwald im Hintergrund (Februar) | |||||||||||||||||||
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| Orginal Perdestärke im Winter | |||||||||||||||||||
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| Die schöne Villa Wisent in Pasieki (Bialowieza Urwald) | |||||||||||||||||||
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| Sokrat Janowicz - der polnische Weissrusse | |||||||||||||||||||
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| Restaurant in Bialowieza und... | |||||||||||||||||||
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| ...eine ungewöhnliche Theatervorstellung im Carska Restaurant | |||||||||||||||||||
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| Wisente im Winterwald in Bialowieza | |||||||||||||||||||
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| Am Feuer im Urwald | |||||||||||||||||||
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| Theater Wierszalin | |||||||||||||||||||
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| stillvolles Hotel in Bialystok | |||||||||||||||||||
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| "Schmugler Ikonen" in Suprasl | |||||||||||||||||||
| Kloster in Suprasl | |||||||||||||||||||
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| Ludwig Zamenhof - der Erfinder von Esperanto | |||||||||||||||||||